Das Heilige Land östlich des Jordans
DVHL-Repräsentanten auf Solidaritäts- und Projektbesuch in Jordanien
Jordanien ist ein viel zu oft übersehener Teil des Heiligen Landes. Denn das „Heilige Land“ ist mehr als weithin angenommen. Um der Einengung des Begriffs auf Israel/Palästina, die erst aus dem 20. Jahrhundert stammt, bewusst entgegenzuwirken, haben DVHL-Generalsekretär Dr. Matthias Vogt, Jerusalem-Repräsentant Dr. Ralf Rothenbusch und Projektkoordinator Manuel Schuster kürzlich dem „Ostjordanland“ Jordanien einen Solidaritäts- und Projektbesuch abgestattet.

Ralf Rothenbusch, Weihbischof Iyad Twal, Matthias Vogt und Manuel Schuster
Dabei trafen sie sich mit Kirchenvertretern wie Patriarchalvikar Weihbischof Dr. Iyad Twal, der ihnen von der Lage der Christen vor Ort berichtete. Von der Arbeit der Caritas erzählte Landesdirektor Omar Abawi und führte bei der melkitisch-katholischen Kirche der christlichen Stadt Madaba durch die Werkstätten, in denen Einheimische und Flüchtlinge zusammen Mosaiken herstellen, die immer kunstvoller werden. Es fanden zudem Besuche bei Salvatorianerinnen sowie Franziskanischen Missionsschwestern Marias in ihren jeweiligen Projekten statt. Sie kümmern sich um Menschen in Abschiebehaft, um Flüchtlinge und um die Ärmsten der Armen.
Zwei künftige Projektstellen, in denen junge Freiwillige aus Deutschland über den DVHL ein soziales Jahr absolvieren können, konnten vor Ort in Augenschein genommen werden: Die Ärmsten-Unterkunft der Missionarinnen der Nächstenliebe (bekannt als „Mutter-Theresa-Schwestern“) sowie das Gemeindezentrum in Anjara, das mit „Our Lady of the Mountain“ den größten Marienwallfahrtsort des Landes beherbergt.
Besonderen Eindruck hinterließ der italienische Pfarrer Mario Cornioli, der mit seiner Organisation HABIBI zwei Einrichtungen für christliche Flüchtlinge aus dem Irak betreibt: zum einen eine Schneiderei, in der die Frauen unter Anleitung einer ebenfalls aus Italien stammenden Modedesignerin Kleidungsstücke aus traditionellen, orientalischen Stoffen nähen; zum anderen ein von den Männern betriebenes italienisches Restaurant, das sogar Parma-Schinken und Pizza mit Schweinesalami anbietet. Hier ergab sich spontan ein privates Abendessen mit dem deutschen Botschafter Dr. Bertram von Moltke und seiner Ehefrau, bei dem es zu einem interessanten Austausch kam.
Abgerundet wurde diese Reise durch Besuche der wichtigsten Pilgerorte: der Felsenfestung Machaerus (Sterbeort Johannes‘ des Täufers), des Berges Nebo (Sterbeort Moses) und der Taufstelle Jesu am Jordan.