Bischofsgruppe besucht deutsche Einrichtungen im Heiligen Land

Die Abschlusserklärung des Bischofstreffens im Heiligen Land 2018

„Hoffnung auf eine bessere Zukunft"

 

Jerusalem: Mit einem Aufruf zur Unterstützung der jungen Generation im Heiligen Land hat eine internationale Delegation katholischer Bischöfe am Donnerstag ihren jährlichen Solidaritätsbesuch im Heiligen Land beendet. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert die Abschlusserklärung in der offiziellen deutschen Übersetzung:

 

 

18. Internationales Bischofstreffen für Solidarität mit der Kirche im Heiligen Land (13.-18. Januar 2018)

Abschlusskommuniqué des Internationalen Bischofstreffens im Heiligen Land 2018

 

Hoffnung auf eine bessere Zukunft

 

Wir sind ins Heilige Land gekommen, um seine Jugendlichen kennen zu lernen, ihre Stimme zu hören und für Gerechtigkeit und Frieden zu beten. Trotz des andauernden gewalttätigen Konflikts und der Haltung derjenigen, die ihre Macht dazu benutzen, die Spaltung voranzutreiben, gibt uns der Glaube an Gott Hoffnung auf jene bessere Zukunft, die diese Jugendlichen herbeisehnen. In dieser Woche haben wir viel von ihren Bemühungen um die Verwirklichung dieses Traumes gehört und mit eigenen Augen gesehen.

Nach wie vor werden die jungen Leute von Gaza um ihre Lebensmöglichkeiten gebracht; ohne Ansehen der Person verweigert die andauernde Blockade allen die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung. Im Westjordanland erleben die Jugendlichen täglich die Verletzung ihrer Würde, was aufgrund der Besatzung inakzeptablerweise leider zum Normalfall geworden ist.

 

In allen palästinensischen Gebieten ist das Leben der jungen Leute durch Arbeitslosigkeit beeinträchtigt. Papst Franziskus hat die Arbeitslosigkeit wiederholt als eines der Haupthindernisse angeprangert, die der Jugend bei der Entwicklung und Ausschöpfung ihres vollen Potenzials im Wege stehen. Viele der israelischen Jugendlichen, die wir in Schulen und Universitäten getroffen haben, geben zu, dass sie im Schatten eines Konflikts leben, den sie nicht geschaffen haben und den sie nicht wollen.

 

Wir haben jungen Leuten aus allen betroffenen Gebieten zugehört: Sie alle teilen den Wunsch nach friedlicher Koexistenz, leben aber in ganz unterschiedlichen Welten und haben nur wenig Gelegenheit, einander zu begegnen und die Hoffnungen und Ängste des jeweils Anderen zu verstehen.

 

Für eine ganze Generation ist die Aussicht auf Frieden erneut in weite Ferne gerückt, durch moralisch und rechtlich inakzeptable Entscheidungen, darunter insbesondere der jüngste Affront gegen den international anerkannten Status Jerusalems, der sowohl für Christen als auch für Juden und Muslimen Heiligen Stadt.

Die Jugendlichen im Heiligen Land sind immer nur enttäuscht worden, von ihren eigenen Anführern ebenso wie von der internationalen Gemeinschaft. Die Wut, der wir begegnet sind, ist ganz und gar gerechtfertigt, aber sie ist auch ein Zeichen dafür, dass die jungen Leute auch weiterhin für Veränderungen kämpfen wollen.

Im gesamten Westjordanland, im Gazastreifen und in Israel halten sie die Hoffnung durch ihre Beharrlichkeit und durch ihren Mut wach. Die hiesige christliche Gemeinde ist, wenn auch klein, so doch ein integraler Bestandteil dieses Szenarios, nicht nur dank des Beitrags ihrer eigenen jungen Leute, sondern auch dank der Zuwendung, die sie allen jungen Menschen bietet.

 

Es sind gerade die Jugendlichen, die den Mut finden, Gerechtigkeit zu verlangen und sich der ihnen aufgezwungenen Spaltung zu widersetzen. Es sind die Schulen und die von den Jugendlichen erdachten Projekte, die Schranken niederreißen und den Menschen die Instrumente zur Verwirklichung von Toleranz an die Hand geben. Es sind junge Freiwillige wie diejenigen, die bei der Arche in Bethlehem, in Beit Emmaus in Qubeibeh und den Ordensgemeinschaften in Gaza arbeiten, die in dieser verwundeten Gesellschaft den Beweis für Menschlichkeit liefern.

Wir teilen die Hoffnung dieser Jugendlichen, denen wir im Heiligen Land begegnet sind, und wir erkennen die grundlegende Rolle an, die sie innerhalb des Friedensprozesses spielen. Sie haben uns geholfen, die harte Wirklichkeit mit ihren Augen zu sehen. Daher appellieren wir an unsere Gemeinschaften dort, wo wir leben, Solidarität mit ihnen zu zeigen und zu handeln:

 

− durch Unterstützung von Organisationen, die zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen, Wohnraum bereitstellen und den Dialog fördern;

− durch das Gebet und durch Organisation von Pilgerreisen, die die Begegnung mit der örtlichen Bevölkerung fördern und diese unterstützen;

− durch energische Stellungnahme gegen diejenigen, besonders unter unseren Politikern, die weitere Spaltung betreiben.

 

Vor allem aber gedenken wir dieser Jugendlichen in unseren Gebeten. Leisten wir, inspiriert von Papst Franziskus und mit Hilfe von Gottes Gnade, unseren Beitrag, damit dieses Land menschlicher wird und der heutigen wie der künftigen Jugend würdiger.

 

Bischof Declan Lang – Präsident Holy Land Coordination

Weihbischof Dr. Udo Bentz – Deutschland

Erzbischof Stephen Brislin – Südafrika

Bischof em. Peter Bürcher – Nordische Bischofskonferenz

Bischof Oscar Cantu – USA

Erzbischof Riccardo Fontana – Italien

Bischof Lionel Gendron – Kanada

Weihbischof Nicholas Hudson – Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE)

Weihbischof William Kenney – England und Wales

Bischof Donal McKeown – Irland

Bischof William Nolan – Schottland

Erzbischof Joan-Enric Vives Sicilia – Spanien und Andorra

Bischof Christopher Chessun – Church of England

Msgr. Duarte da Cunha – Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE)

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