Israelischer Schriftsteller Amos Oz gestorben

 

Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist tot. Er starb am 28.12.2018 im Alter von 79 Jahren in Jerusalem, wie seine Tochter Fania Oz-Salzberger mitteilte. Ein halbes Jahr vor seinem 80. Geburtstag erlag er einem Krebsleiden.

 

Der Schriftsteller, Journalist und Mitbegründer der politischen Bewegung ‚Peace Now‘ wurde am 4. Mai 1939 in Jerusalem geboren. Er studierte Literatur und Philosophie an der Hebräischen Universität. Von 1987 bis 2005 war er Professor für hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität. 1993 erhielt er dort den Agnon-Lehrstuhl für moderne hebräische Literatur. Für seine Romane, Erzählungen, Essays und Kinderbücher wurde er vielfach ausgezeichnet.

 

2017 erhielt er den renommierten ‚Mount Zion Award‘ für seinen Roman ‚Judas‘, der ihm im Oktober 2017 in der Dormitio-Abtei verliehen wurde. In seiner fulminanten Dankesrede hob Oz die Bedeutung von Kompromissen hervor. Mit hintersinnigem, manchmal schmerzlich-ironischem Humor erklärte er: „Ich nun glaube, und das ist hart hier auf dem Zionsberg zu sagen, aber ich sage es trotzdem: Ich glaube nicht an Erlösung, sondern an Lösungen in der Mehrzahl. Ich glaube, dass das, was Jerusalem heute, jetzt sofort braucht, nicht Erlösung ist. Pragmatische, praktische, schmerzhafte Lösungen – ja, Kompromisse. Und wie ich sagte, Kompromisse sind niemals glückliche, aber den Kompromiss zu wählen, bedeutet, das Leben gegenüber dem Tod zu wählen. Und wie unsere Vorfahren vor vielen Jahrtausenden sagten: „םייחב רחבת ו“ [Utevachar bakha’ym) – „Und du sollst das Leben wählen.“

 

Quelle: KNA/sky/api; DVHL; Mount Zion Foundation;

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