Dormitio-Abtei in Jerusalem kann jetzt saniert werden - Auswärtiges Amt, Deutscher Verein vom Heilig

Das kulturell, historisch und ökumenisch bedeutsame deutsche Benediktinerkloster Dormitio in Jerusalem kann mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung endlich saniert werden. Von den berechneten 5,050 Mio. Euro für die Sanierung von Basilika und Abtei übernimmt mit 4,013 Mio. Euro das Auswärtige Amt rund 80 % der Investitionen. Eigenmittel des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande, der Eigentümer der Dormitio-Abtei ist, und ein Zuschuss des Erzbistums Köln decken den Rest.

Sie ist eine der wichtigsten Heiligen Stätten in Israel und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Jerusalems – die Dormitio Abtei auf dem Zionsberg in West-Jerusalem. Und auch wenn man es ihr auf den ersten Blick nicht ansieht: Das alte Gemäuer ist in die Jahre gekommen - Sanierungen dringend erforderlich.

Die Haustechnik muss saniert und der Innenraum der Kirche neugestaltet werden. Die Kosten für die Maßnahmen liegen bei über 5 Mio. Euro. Davon gewährt das Auswärtige Amt gut 4 Mio. Euro. Eigenmittel des Vereins und ein Zuschuss des Erzbistums Köln decken den Rest.

Abt Bernhard Maria und alle Benediktinermönche der Dormitio-Abtei sind Gott und allen Menschen dankbar, die diese großzügige Zuwendung der Bundesrepublik Deutschland für die Generalsanierung der Basilika und des Klosters möglich gemacht haben. „Seit über 100 Jahren leben, beten und arbeiten wir Benediktiner auf dem Zionsberg inmitten Jerusalems. Wir freuen uns, dass mit der Unterstützung des Bundes dieser Ort, der Ziel fast aller Heilig-Land-Pilgerinnen und Pilger ist, noch schöner wird und durch räumliche und technische Verbesserungen weiter dem ökumenischen und interreligiösen Dialog dienen kann.“

„Vor rund 40 Jahren – nach 1967 – erfolgte die letzte, umfassende Maßnahme zur Renovierung von Kirche und Kloster mit Kriegsschadenbeseitigung“, erklärt Martin Struck, Diözesanbaumeister des Erzbistums Köln, das als Projektträger den Zuwendungsantrag gestellt hat. „Zusammen mit den nunmehr dringend notwendigen Instandhaltungsarbeiten an Dach und Fach können nun zugleich die Barrierefreiheit sichergestellt und die aktuellen Vorschriften im Hinblick auf Brandschutz, Energieeinsparung, Hygiene und Rettungswege umgesetzt werden. Dabei bleibt für die Beteiligten noch eine große Herausforderung, für die nicht förderfähige Möblierung, eine neue Orgel und Kunstausstattung Sponsoren zu finden, damit die Dormitio als wichtige Kultur- und Pilgerdestination im Heiligen Land schließlich wieder in neuem, alten Glanz erstrahlen wird.“

„Dass wir nun den Zuwendungsbescheid in Händen halten, haben wir neben Herrn Martin Struck auch Pater Nikodemus Schnabel zu verdanken,“ ergänzt Heinz Thiel, ehemaliger Generalsekretär des DVHL. „In leidenschaftlicher Anstrengung gelang es ihm beim Besuch des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel, die Gruppe deutscher Politiker für dieses Sanierungsprojekt zu begeistern. Bei Führungen durch die maroden Baulichkeiten konnten diese schnell davon überzeugt werden, dass Hilfe dringend nötig ist.“

Nach entsprechenden Vorplanungen und Kostenermittlungen konnte das Erzbistum Köln als Maßnahmenträger im Oktober 2019 den Zuwendungsantrag stellen, der jetzt positiv beschieden wurde.

Für die Mönche in Jerusalem blickt Prior Matthias Karl in die Zukunft voraus: „Ich freue mich, dass das Auswärtige Amt und das Erzbistum Köln mit der Unterzeichnung eines Zuwendungsvertrags den Startschuss für die Sanierung des Klosters und der Abtei bis zum Jahr 2022 gegeben haben. Dem soll im zweiten Schritt die Herrichtung des zur Abtei gehörenden Studienhauses ‚Beit Josef‘ folgen."

Die Dormitio-Abtei wurde in den Jahren 1900 bis 1910 für deutsche Benediktiner in Jerusalem gebaut. Eigentümer der Liegenschaften ist der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL). Der DVHL, dessen Präsident Kardinal Rainer Maria Woelki ist, engagiert sich seit mehr als 160 Jahren vor dem Hintergrund des interreligiösen Dialogs und friedenspolitischen Engagements für die Menschen im Nahen Osten. Im Spannungsfeld von Judentum, Christentum und Islam steht er für Verständigung, Versöhnung und Frieden. Präsident des Vereins ist der Erzbischof von Köln.

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