Regen ist vermutlich nicht das Erste, woran man beim Heiligen Land denkt. Und doch kann es in den Wintermonaten auch in dieser sonst so trockenen Region über längere Zeit hinweg regnen. Sr. Dominika Zelent SDS, Leiterin des Pflegeheims Beit Emmaus, berichtet, wie die aktuelle Regenzeit für die kleine Gemeinschaft im palästinensischen Dorf Qubeibeh zugleich Fluch und Segen ist:
Regen ist hierzulande ein besonders wichtiges und zugleich ambivalentes Naturphänomen. Aufgrund des mediterranen Klimas wechseln sich trockene Sommer mit regnerischen Wintern ab, und der Niederschlag hat große Auswirkungen auf das tägliche Leben und die Landwirtschaft.
Wie wertvoll Regen ist, haben wir alle hautnah erfahren, als es im letzten Jahr kaum geregnet hat. Unsere Wasserzisternen leerten sich und wir mussten Wasser dazukaufen. Die Erde war dürr und steinig und die Natur litt unter Wassermangel. Unsere Olivenernte fiel schmal aus, weil das Jahr so extrem trocken war.
Umso größer war unsere Freude, als jetzt gleich zu Beginn der Regenzeit ergiebiger Regen einsetzte und es die Regenzeit gut mit uns meinte. Unsere Wasserzisternen sind nun voll, der Garten ist grün, und es regnet noch immer. Und diesmal bringt der Regen nicht nur den ersehnten Segen. In der Nachbarregion kam es zu schweren Überschwemmungen, Straßen wurden unpassierbar, immer wieder kam es zu Stromausfällen und an der Mauer rund um unseren Garten gab es mehrere Schäden. Die Arbeit an der Mauer fordert uns voll, denn die schweren Steine brauchen viel Kraft.
Langsam sagen wir, dass es genug ist. Doch die Natur lässt sich nicht beeinflussen, sie zeigt ihre Macht. Wir hoffen, dass die kommenden Monate weiterhin ausreichend Wasser bringen – ohne dass weitere Schäden entstehen.