Hoffnung zwischen Trümern
Kardinal Pizzaballa hat pastorale und soziale Projekte in Gaza besucht




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Hilfe für kranke, erschöpfte und schwer traumatisierte Menschen in Gaza soll eine Klinik der Malteser bringen, die der Lateinische Patriarch von Jerusalem bei seinem Besuch im Juni gesegnet hat. Nach der Einweihung durch Kardinal Pierbattista Pizzaballa haben rund dreißig Mitarbeitende damit begonnen, täglich bis zu hundert Menschen medizinisch zu versorgen. Zum Personal der Klinik gehören Ärzte, Pflegekräfte und Apotheker. Die Klinik wurde im Rahmen einer Partnerschaft zwischen dem Malteserorden und dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gegründet. Die medizinische Versorgung der Menschen in Gaza befindet sich derzeit in einem katastrophalen Zustand, sagt Ali Ibrahim Al-Musaddar, medizinischer Leiter der Klinik. Trotz des Waffenstillstands hält die Gewalt an.
Sechzig Prozent der Gesundheitseinrichtungen wurden vollständig zerstört, viele weitere schwer beschädigt. Die hygienischen Verhältnisse seien extrem schlecht und Hautkrankheiten breiteten sich aus. Das medizinische Personal vor Ort verweist zudem auf einen dringenden Bedarf an Fachkräften zur Bewältigung psychologischer Traumata bei Müttern und Kindern. Die Klinik wird finanziell und mit Sachleistungen unter anderem vom Auswärtigen Amt, UNICEF, dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem und den Erzdiözesen München und Freising sowie Paderborn unterstützt.
Pizzaballa hatte gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III., Gaza besucht – als Zeichen der Verbundenheit der Menschen vor Ort mit den Kirchen von Jerusalem. Gemeinsam besichtigten sie unter anderem weitere soziale und pastorale Projekte. Dazu gehörten ein im Aufbau befindlicher Schul- und Kindergartenstandort des Patriarchats, der künftig bis zu 180 Kinder aufnehmen soll. Bei einem Besuch an der Islamischen Universität von Gaza sprach Pizzaballa vor überwiegend muslimischen Studierenden über den interreligiösen Dialog und gemeinsame Werte; gemeinsam mit dem Rektor pflanzte er einen Olivenbaum als Friedenssymbol.
(KNA/vn/red)